Alle meine Entchen: Landglück mit Laufenten (1)

»Die Jahreszeiten im steten Wech­sel,
das Erblühen, die Pracht, das Vergängliche
und die win­ter­liche schein­bare Starre, die Stille.« 

Das sind die ersten Zeilen, die man »Über dieses Blog …« liest, wenn man im Landglück von Heike Pohl lan­det. Die freie Autorin lebt inmit­ten von Marschwiesen auf einem alten Hof in Schleswig-Holstein. Schafe, Ponys und andere »Viechereien« wach­sen dem Leser ebenso rasch ans Herz wie der wun­der­volle Garten. Ihre Fotos und Texte ver­raten einen genauen Blick für Details und ihre liebevolle Art, wie sie die Natur um sich herum betra­chtet und beobachtet.

Vor ger­aumer Weile kam Heike Pohl auf die Ente, vielmehr zwei Enten. Hier im Blog erzählt sie uns, wie es dazu kam. In weit­eren Fol­gen wird sie uns mehr über die Hal­tung erzählen.

Foto: Heike Pohl

Foto: Heike Pohl, landgluck.wordpress.com

Liebe Heike, wie bist Du auf die Enten gekommen?

Durch unser 300-Seelendorf watschelt schon eine ganze Weile dieses lang­hal­sige Geflügel, das ich fälschlicher­weise für Stock­en­ten gehal­ten habe. (Das Bild: Ente ver­schluckt Stock und geht for­tan kerzenger­ade durchs Leben …) Irgendwo hab ich dann gele­sen, dass die putzi­gen Gesellen zu den Laufen­ten gehören und dass sie (Achtung!) bevorzugt Sch­necken fressen. Das hat sie für mich und meinen Garten inter­es­sant gemacht, weil wir den Som­mer über von Sch­necken heimge­sucht werden.

Unsere „neuen“ Nach­barn haben sich nach und nach ca. zehn Laufen­ten angeschafft, von denen ein Weibchen zuerst im Gras und schließlich in meinem Stall im Heu zu brüten begann. Nach Absprache mit den Besitzern habe ich ihr sechs Eier gelassen, den Rest abge­sam­melt und schließlich waren an einem fröh­lichen Mor­gen zwei kleine Küken geschlüpft, von denen eines den Tag nicht über­lebt hatte.

Im Zeitraf­fer erzählt, kam die Enten­mut­ter wieder zu ihrem Clan zurück und das Küken in einem blauen und auf die Hälfte abgesägten Regen­fass in mein Arbeits– und Wohnz­im­mer. Unter Rotlicht mit 24-Stunden-Betreuung und –Ansprache, Hand­füt­terung und in Gesellschaft von Stoff-Elch Bengt hat das „Ein­tagsküken“ über­lebt und sich zu einer stat­tlichen Enten­dame gemausert.

Foto: Heike Pohl, landgluck.wordpress.com

Foto: Heike Pohl, landgluck.wordpress.com

Ich hab ihr Schwim­men beige­bracht und wie man Enten­flott schnä­belt. Dass man den Katzen aus dem Weg geht und auch am besten den Litzen am Stromzaun. Wie sie schnat­tert und das laut und durch­drin­gend, das wusste die von ganz allein. Und dass sie eine Sie ist, das stellte sich spät erst her­aus, darum heißt es Pelle. Und als Pelle knapp vier Wochen alt war, hab ich ihr bei einem Züchter aus der Umge­bung einen Kumpan besorgt. Der hieß ursprünglich Paula, war eben­falls vier Wochen alt, sah recht ver­wohnt aus und war auch sonst in einem eher des­o­laten Zustand.

Pelle und ich haben dann Paula beige­bracht zu schwim­men, wie man Enten­flott … und­soweiterund­so­fort. Dass Paula zu einem Erpel wird und — im Gegen­satz zu Pelle – ein angenehm ruhiger Geselle ist, das habe ich inzwis­chen mit Erle­ichterung zur Ken­nt­nis genom­men. Aus dem hässlichen Entlein von einst ist ein wirk­lich schön geze­ich­neter Erpel geworden.

Foto: Heike Pohl, landgluck.wordpress.com

Foto: Heike Pohl, landgluck.wordpress.com

Unser Lesetipp dazu:

Hin­term Stall die Blu­men. Land­frauen und ihre Gärten. Britta Fre­ith. 2013. 192 S., 225 Farb­fo­tos, geb. mit Schutzumschlag.

ISBN 978–3-8001–7894-0. € 29,90

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Heike Pohl hat dieses Buch auch in ihrem Blog besprochen.

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  • Petra van Cronenburg

    Wun­der­schön geschrieben! Beim Unter­richt hätte ich zu gern Mäuschen gespielt!