Süßes als Flugbenzin: Wespen

Süßes auf dem Sommertisch zieht Wespen magisch an, Foto: M. Großmann, pixelio.de

Süßes auf dem Som­mer­tisch zieht Wespen magisch an, Foto: M. Groß­mann, pixelio.de

Kein Früh­stück, Mit­tagessen oder gemütliches Kaf­feestünd­chen vergeht nun auf Balkon und Ter­rasse ohne den lästi­gen Besuch zahlre­icher Wespen. Unruhig schwirren sie um Obst, Kon­fitüre, Kuchen und lan­den hin und wieder im Limoglas.

Lästig im September

Wespen leben in einem Staat, der jedes Jahr von der Wespenköni­gin neu gegrün­det wird. Daher sind die Staaten im Früh­jahr noch klein. Rasch ver­mehren sich im Lauf des Som­mers die Arbei­t­erin­nen, die den ganzen Tag über fleis­chliche Kost wie Rau­pen, Spin­nen und andere Insek­ten für die Lar­ven her­an­schlep­pen. Mit Ausklang des Som­mers gibt es nun immer weniger Arbei­t­erin­nen­brut, dafür schlüpfen aber männliche und weib­liche Geschlecht­stiere, die nur mit der Paarung beschäftigt sind. Doch was machen nun die vie­len Tausend Arbei­t­erin­nen, die jetzt arbeit­s­los gewor­den sind und den nahen­Tod spüren: Sie gehen auf Fut­ter­suche – und das sind für erwach­sene Wespen stets süße Kohlehydrate.

Was tun?

Seien Sie beim Trinken und Essen vor­sichtig, so dass keine Wespe in Ihren Mund gelangt. Während ein Stich am Kör­per zwar schmerzhaft, aber meist ohne Fol­gen ist, soll­ten Sie bei einem Stich im Mundraum sofort kühle Eiswür­fel aufnehmen und zum Arzt gehen. Alle Wespen sind geschützt! Daher dür­fen Sie ein Wespennest auf keinen Fall zer­stören. Melden Sie sich bei Feuer­wehr, einer Naturschut­zor­gan­i­sa­tion oder einem Imker, wenn bei Ihnen ein Nest umge­siedelt wer­den muss.

Steck­brief

Häu­fig­ste Arten: Deutsche Wespe (Par­avespula ger­man­ica), Gemeine Wespe (Par­avespula vul­garis)
Merk­male: schwarz-gelber Kör­per mit Wespen­taille, 1–2 cm lang
Wis­senswertes: Ein Wespen­volk kann aus bis zu 7000 Arbei­t­erin­nen beste­hen, die alle spätestens im Novem­ber abster­ben. Nur die befruchtete Köni­gin über­win­tert. Das Papiernest besteht aus zerkauten Holzfasern.

Quelle:

Flora Garten–Kalen­der 2009.

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Mein Insek­ten­ho­tel. Wild­bi­enen, Hum­meln & Co. im Garten. Melanie von Orlow. 2011. 192 S., 200 Farbf., 15 Far­bze­ichn., Klap­pen­broschur. ISBN 978–3-8001–5927-7. € 14,90

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